Hammerzehen

Hammerzehen gehören zu den häufigsten Zehenfehlstellungen, die sich im Fuß entwickeln können. Bei einer Hammerzehe liegt eine fixierte und übermäßige Beugung im Zehenmittelgelenk vor. Dieses Gelenk wird im medizinischen Jargon als proximales Interphalangealgelenk (PIP-Gelenk bezeichnet). Durch die Beugung kommt es oft zu einem Konflikt zwischen Zehe und Schuh. Es entwickelt sich eine schmerzhafte Schwiele über dem Zehenmittelgelenk. In aller Regel nimmt die Fehlstellung der Zehe im Laufe der Zeit zu.

Ursachen für die Entstehung einer Hammerzehe

Verschiedene Mechanismen können zur Entstehung einer Hammerzehe beitragen.

– Enge Schuhe, die die Zehen zusammenschieben.

– Eine Verdrängung der 2. Zehe durch einen Hallux valgus.

Konservative Behandlung der Hammerzehe

Eine konservative Behandlung, also eine Behandlung ohne Operation, ist leider nur durch Abpolsterung der Zehe zur Reduktion der Druckstellen möglich. Weites weiches Schuhwerk ist in diesem Zusammenhang hilfreich. Leider gibt es nur geringe Chancen, dass sich die Fehlstellung wieder zurückbildet.

Operative Behandlung einer Hammerzehe

Bei zunehmenden Beschwerden durch die Zehenfehlstellung sollte eine operative Korrektur durchgeführt werden. Für die Auswahl des Operationsverfahrens ist es zentraler Bedeutung ob eine flexible oder eine kontrakte Hammerzehe vorliegt. Bei einer flexiblen Hammerzehe kann die Zehe manuell in die normale Position zurückgedrückt werden. Bei einer kontrakten Deformität ist das nicht mehr möglich. Vor einer operativen Korrektur muss der Status des Zehengrundgelenks sorgfältig überprüft werden. Nicht selten kommt es beim Vorliegen einer Hammerzehe zusätzlich zu Veränderungen im Zehengrundgelenk. Diese müssen ggf. mit korrigiert werden.

Die operative Korrektur einer flexiblen Hammerzehe erfolgt meistens durch eine Verlagerung der langen Beugesehne. Die Beugesehne wird so auf den Rücken der Zehe verlagert, dass sie die Zehe nach unten zieht und dabei ausstreckt.

Liegt schon eine kontrakte Fehlstellung vor, wäre eine Korrektur durch Sehenzug nicht mehr möglich. In diesem Fall muss das fehlgestellte Gelenk korrgiert werden. Das Gelenk wird geopfert und die Zehe wird in eine korrgierte Stellung gebracht. Das Grundgelenk der Zehe bleibt dabei intakt, so dass der Fuß später normal abgerollt werden kann. Die Versteifung im Zehenmittelgelenk hat für die Funktion des Fußes als Stand und Fortbewegungsorgan keine Nachteile.

Fazit

Bei einer Hammerzehe handelt es sich um eine schmerzhafte Fehlstellung einer Kleinzehe, die zu einem chronischen Konflikt zwischen Zehe und Schuh führt. Oft ist eine Hammerzehe mit einer Hallux valgus Fehlstellung der Großzehe verbunden. Anfangs liegt eine flexible Fehlstellung vor, die gut mit einer operativen Verlagerung der langen Beugesehne korrigiert werden kann. In einem fortgeschrittenem Stadium wird die Deformität kontrakt, weshalb eine operative Korrekur nur durch Resektion des fehlgestellten Gelenks korrigiert werden kann. Dies führt nich zu einer Beeinträchtigung der Abrollbewegung des Fußes.