Informationen zum Unterschenkelgips

Nach einigen Operationen muss das Operationsergebnis durch eine Ruhigstellung in einem Gipsverband sichergestellt werden. Direkt nach einer Operation wird meistens eine Schiene angelegt. Einige Tage später kann, nach einem ersten Verbandswechsel ein vollständiger Unterschenkelgips angelegt werden.

Während ein solcher Gips früher als klassicher Gipsverband angefertigt wurde, kommen heute meist Kunstoffhartverbände zum Einsatz. Diese sind leichter und widerstandsfähiger als konventioneller Gips. Man spricht auch von Castverbänden oder kurz einem Cast.

Ist eine Belastung in Unterschenkelcast erlaubt wird dies als Gehgips oder Gehcast bezeichnet. Andernfalls handelt es sich um eine Liegegips / Liegecast, wobei dies lediglich bedeutet, dass nicht belastet werden kann und nicht, dass der Patient die ganze Zeit liegen muss. Meistens ist selbst in einem Liegegips eine Teilbelastung von 20 kg erlaubt. (Aber eben nicht die volle Belastung).

Folgende Regeln sind zu beachten, wenn ein Unterschenkel(liege)Cast angelegt wurde.

– die Durchblutung der Zehen sollte überprüft werden. Kommt es zu einer Stauung der Durchblutung im Zehenbereich, muss der Cast umgehend geöffnet werden. Die Gefahr eine Blutstauung besteht eigentlich nur in den ersten Stunden nach Anlegen des Cast.

– Bei eine Teilbelastung von 20 kg ist der Patient zur Fortbewegung ständig auf Gehstützen angewiesen. Man kann sich zwar auf das gesunde Bein stellen und das Bein im Cast beistellen, so dass das opererierte Bein sein eigenes Gewicht trägt. Zur Fortbewegung sind aber immer 2 Gehstüzten erforderlich. Achtung: Selbst wenige Schritt ohne Gehstützen bedeuten eine volle Belastung des operierten Fußes mit entsprechender Gefahr für das Operationsergebnis.

– Wunden heilen auch unter einem Cast bzw. in einem geschlossenen Cast. Eine normale Operationswunde heilt von innen. Die Durchblutung der Wunde kommt aus dem Inneren.

– Kommt es zu zunehmenden Schmerzen und eventuell sogar Fieber, besteht der Verdacht auf einen Wundinfekt. Dann muss der Cast umgehend zur Kontrolle der Wunde eröffnet werden.

– Davon abzugrenzen sind Beschwerden durch Schwellung des Beins / des Fußes. Nach einer Operation berichten vielen Patienten, dass es zu einer unangenehmen Schwellung des Fußes kommt, wenn der Fuß herabhängt. Eine solche Schwellung kann im Cast / im Gips unangenehm sein. Sie sollten den Fuß dann einige Zeit hochlegen. Am besten über Herzniveau. Meisten ist dadurch ein deutlicher Rückgang der Beschwerden zu erzielen. Andernfalls sollte der Cast von Fachpersonal inspiziert werden.

– Während einer Ruhigstellung des Fußes im Unterschenkelcast ist eine Thromboseprophylaxe erforderlich. Auch wenn der Fuß im Gips/Cast voll belastet werden darf, ist die Ruhigstellung des Sprunggelenks Grund für die Notwendigkeit einer Thromboseprophylaxe.

Achtung: Patienten mit einem Unterschenkelgips / Unterschenkelcast benötigen eine Thromboseprohylaxe. Dies ist selbst dann erforderlich, wenn der Fuß belastet werden darf, da das Sprunggelenk im Gips/Cast nicht bewegt werden kann.