Achillessehne

Eine Ermüdungsfraktur ist ein Bruch durch überlastung.


Einleitung
Anatomie
Krankheitsbilder
Ätiologie und Pathogenese (Ursachen und Entstehung)
Diagnostik
konservative Behandlung
operative Behandlung
Prognose
Fazit
Häufige Fragen der Patienten (FAQ)


 

Einleitung

Die Achillessehne ist die stärkste, kräftigste Sehne des menschlichen Körpers. Sie überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur auf die Ferse und ist damit für eine kraftvolle dynamische Fortbewegung unerlässlich.

Leider unterliegt die Achillessehne, wie sämtliche Sehnen, einem biologischen Verschleiß- und Alterungsvorgang. Insbesondere bei Sportlern kann es zu einem Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit der Achillessehne kommen, welches oft zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen führt. Achillessehnenbeschwerden gehören mit zu den häufigsten Ursachen weshalb Sportler medizinischen Rat suchen.


Anatomie

Die Achillessehne verbindet die kräftige Wadenmuskulatur mit der Ferse. Im Bereich der Ferse liegt die Achillessehne dem Fersenbein im oberen Abschnitt auf und strahlt im unteren Anteil mit Sehnenfasern in den Knochen ein, ist als im unteren Teil gut mit dem Knochen verbunden. Zwischen dem aufliegenden Teil der Sehne und dem Fersenknochen bildet sich regelhaft ein Schleimbeutel als Verschiebeschicht aus. Drüber hinaus ist die Sehne in eine Sehnenscheide gehüllt, die für eine Gleitfähigkeit der Sehne sorgt.

Anatomie der Wadenmuskulatur und der Achillessehne

Abb. 01 – Anatomie der Wadenmuskulatur und der Achillessehne


Krankheitsbilder

NDie häufigsten Probleme im Bereich der Achillessehne sind:

  • Ein Verschleiß der Sehne = Tendinose
  • Eine Reizung der Sehnenscheide der Achillessehne = Peritendinitis
  • Eine Reizung des Schleimbeutels zwischen Achillessehne und Fersenknochen – Bursitis
    subachillea, z.B. durch einen prominenten Fersenknochen (Haglundexostose)
  • Eine Reizung der Anheftung der Achillessehne am Fersenbein = Insertionstendopathie

Ätiologie und Pathogenese (Ursachen und Entstehung)

Ursache und Verlauf der o.g. Probleme sind selbstverständlich differenziert zu betrachten. Häufig treten die Probleme nach einer Überlastung der Sehne, z.B. durch starke sportliche Beanspruchung auf. Es wundert somit nicht, dass Sportler gehäuft unter Achillessehnenproblemen leiden.


Diagnostik

Die diversen Probleme der Achillessehne können in der Regel mit hinreichender Sicherheit allein durch eine klinische Untersuchung diagnostiziert werden. Sind die Beschwerden im Bereich der Ferse lokalisiert, empfiehlt sich zusätzlich eine Röntgenaufnahme, um Veränderungen des Knochens ausschließen bzw. beurteilen zu können. Eine Kernspintomographie (MRT) ist vor einer eventuell durchzuführenden Operation erforderlich.


konservative Behandlung

Da es sich meistens um überlastungsbedingte Veränderungen handelt, sollte die Belastung, insbesondere die sportliche Belastung, an die Beschwerden angepasst werden. U.U. reicht schon eine Modifikation der Belastung z.B. der Wechsel von Jogging zu Radfahren.

Darüber hinaus sind Dehnübungen der Achillessehne und der Wadenmuskulatur zentraler Bestandteil der konservativen Behandlung.

Die Dehnübungen sollten vorzugsweise

Ergänzend ist eine entzündungshemmende Behandlung sinnvoll. Neben Kälteanwendungen in der akut schmerzhaften Phase kann auch eine “NSAR” (Nicht steroidales Anti-Rheumatikum z.B. Aspirin, Dicofenac etc. ) eingenommen werden.

Die Bedeutung konsequenter Dehnübungen muss an dieser Stelle noch einmal betont werden. In den meisten Fälle ist eine Operation der Achillessehne durch konsequente, regelmäßige Dehnübungen vermeidbar.


operative Behandlung

Kommt es trotz intensiver mehrmonatiger konservativer Behandlung (Dehnübungen etc.) nicht zu einer ausreichenden Reduktion der Beschwerden und einer hinreichenden

Belastbarkeit der Achillessehne, sollte über weiterführende Behandlungen diskutiert werden.

Als Grundlage der weiteren Behandlung sollte dann zunächst ein MRT (Kernspintomogramm) der Achillessehne angefertigt werde, durch das das genaue Ausmaß des Sehnenverschleißes beurteilt werden kann.

Im Falle einer mechanischen Irritation, z.B. durch ein prominentes Fersenbein (Haglundexostose) muss der Knochen operativ abgetragen und geglättet werden. Gleichzeitig kann ein entzündlich veränderter Schleimbeutel entfernt werden.

Für mehr Informationen: Haglund-Extose

Bei einer chronischen Reizung des Sehnenansatzes am Fersenbein, kann eine Behandlung mit Stosswellen durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um hochenergetischen Ultraschall. Im Abstand von je einer Woche werden 3-5 Sitzungen durchgeführt. Dazwischen sind die Dehnübungen fortzuführen. (Die Behandlung mit Stosswelle wir in der Regel nur von privaten Krankenkassen übernommen. Für gesetzlich versicherte Patienten handelt es sich z.Z. um eine IGEL Leistung (IGEL = Individuelle GEsundheits Leistung).

Stosswellenbehandlung eine Ansatzreizung der Achillessehne

Abb. 02 – Stosswellenbehandlung eine Ansatzreizung der Achillessehne

Auch bei einem Verschleiß der Achillessehne ist eine Behandlung mit Stosswelle möglich. Liegt allerdings ein sehr ausgrägter, fortgeschrittener Verschleiß vor ist eine operative Behandlung vorzuziehen. Das verschlissene und damit minderwertige Sehnengewebe muss vollständig entfernt werden. Ist nach dem radikalen Debridment der Sehne nur noch 50% des Sehnenquerschnitt oder weniger vorhanden, sollte die Achillessehne durch eine benachbarte Zehenbeugersehne verstärkt werden. Die Entscheidung zur Augmentation muss meistens intraoperativ getroffen werden und wird dann direkt vorgenommen.

MRT mit Verschleiß der Achillessehne

Abb. 03 – MRT mit Verschleiß der Achillessehne

Operative Revision eines fortgeschrittenen Verschleißes der Achillessehne

Prognose

In den meisten Fällen gelingt es die Beschwerden durch konsequente Dehnübungen hinreichend in den Griff zu bekommen. Ein Regeneration der Sehne ist möglich, so dass sportliche Belastungen der Sehne später wieder möglich sind. Liegt schon ein ausgeprägter Verschleiß der Sehne vor, ist mit einem erhöhten Risiko eines Risses der Achillessehne zu rechnen.


Fazit

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers und vor allem bei sportlicher Betätigung extremen Belastungen ausgesetzt. Sie überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur auf den Fuß und ist für eine dynamische Fortbewegung unverzichtbar. Wie alle Sehne hat sie einen niedrigen Stoffwechsel, neigt zu Verschleiß und regeneriert sich langsam. Probleme der Achillessehne können in Form von Überlastungen, Reizungen, Verschleiß und in extremen Fällen in Form eines Risses mit Verlust der Kontinuität auftreten. Eine gerissene Achillessehne muss sofort ärztlich behandelt

werden. Bei Reizzuständen und Verschleiß helfen vor allem Dehnübungen, die konsequent als exzentrische Dehnübungen durchgeführt werden sollten.


Häufige Fragen der Patienten (FAQ)

F: Sollte nicht besser ein Kernspintomogramm angefertigt werden?
A: Das Kernspintomogramm ist sicherlich das genaueste Verfahren zur Beurteilung des Verschleißes der Achillessehne. In den meisten Fällen wird man aber zunächst eine Behandlung ohne Operation versuchen. Erst wenn eine Operation der Achillessehne diskutiert wird, ist ein Kernspintomogramm sinnvoll und hilfreich.

F: Kann ich später wieder Sport machen?
A: Diesbezüglich ist das Ausmaß der Schädigung und die Intensität der sportlichen Belastung maßgeblich. Es kann als keine pauschale Antwort für diese für Sportler oft entscheidende Frage gegeben werden. Idealerweise wird die sportliche Belastung modifiziert. Z.B. durch Wechsel auf verschiedene Sportarten um die Belastung zu reduziert. Gleichförmige zyklische Belastungen werden von der Achillessehne besser vertragen als Implusbelastungen.

F: Ist das Risiko eines Achillessehnenrisses erhöht?
A: Leider ist davon auszugehen, dass die vorgeschädigte Achillessehne eine verminderte Reissfestigkeit hat. Ist als eine Sehnenverschleiß bekannt oder hoch wahrscheinlich empfiehlt es sich auf sportilche Belastungen zu verzichten, die an sich mit einem erhöhten Risiko eines Achillessehnenrisses einhergehen.


 

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