Stosswelle bei Fersensporn (Plantarfasziitis)

Unter Stoßwelle versteht man einen hochenergetischen Ultraschall, der zur Behandlung von diversen Problemen des Bewegungsapparats eingesetzt werden kann. Im Bereich von Fuß und Sprunggelenk wird Stoßwelle vor allem bei hartnäckigen Schmerzen verursacht durch eine Plantarfasziitis eingesetzt (Unterscheidung von Plantarfasziitis zu Fersensporn siehe entsprechender Beitrag). Aber auch bei Verschleiß der Achillessehne oder einer Ansatzreizung der Achillessehne am Fersenbein kann Stoßwelle zum Einsatz kommen.

Was ist Stosswelle?

Unter Stoßwelle versteht man einen hochenergetischen Ultraschall. Der Ultraschall kann durch einen Schallkopf gebündelt und in der Tiefe des Gewebes zentriert werden. Zunächst wurden Stoßwellen in der Medizin zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt. Später stellte sich dann heraus, dass die durch die Stoßwelle applizierte und freigesetzte Energie „Regenerationsvorgänge“ im Gewebe, insbesondere im Sehnengewebe anstoßen kann. Während die physikalischen Mechanismen der Schallerzeugung und Schallweiterleitung gut bekannt sind, sind die Wirkmechanismen der Stoßwelle im menschlichen Körper noch nicht vollständig aufgeklärt.

Wie wird Stosswelle bei einem Fersensporn / bei einer Plantarfasziitis eingesetzt?

Bei einer Plantarfasziitis liegt ein chronischer Reizzustand der Sehnenplatte nahe der Ferse vor. Bei anhaltenden Beschwerden, können durch die Stoßwelle Regenerationsvorgänge im Bereich der veränderten Sehne angestoßen werden. In Deutschland erfolgt die Stoßwellenbehandlung meist ambulant in 3-5 Sitzungen. Zunächst wird mit einem konventionelle Ultraschallgerät die Tiefe der Plantarfaszie unter der Haut ausgemessen. Anhand dieses Messwerts wird das Stoßwellengerät eingestellt. Das Gerät erzeugt xx Impulse pro Sekunde. Im Laufe einer Behandlungssitzung werden ca. 2000 Impulse appliziert. Die Stärke der Impulse kann geregelt und angepasst werden. Die Intensität wird so eingestellt, dass die Behandlung vom Patienten noch ohne Betäubung ertragen werden kann.

Es werden 3-5 Sitzungen durchgeführt zwischen denen jeweils 1-2 Wochen Zeit zur Regenration der Sehnen liegen sollten.

Nach der Stoßwellenbehandlung kann es im Sinne einer Erstverschlimmerung zunächst zu vermehrten Schmerzen kommen bevor sich eine Besserung einstellt.

Wann sollte Stosswelle zur Anwendung kommen?

Eine Stoßwellenbehandlung sollte immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn die bisherige konservative Therapie keine Linderung gebracht hat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Beschwerden einer Plantarfasziitis auch nach 6-9 Monaten zurückgehen können. Bezüglich der Behandlung einer Plantarfasziitis sei auf das entsprechende Kapitel verwiesen. Trotz guter Erfolgsaussichten der konservativen Therapie (Dehnübungen der Achillessehen / Weichbettung der Ferse) werden nicht alle Patienten beschwerdefrei. Ist die konservative Behandlung erfolglos bestehen folgen Optionen:

  • Eine Operation der Plantarfaszie
  • Eine Stoßwellenbehandlung
  • Eine Röntgenreizbestrahlung.

Der große Vorteil der Stoßwellenbehandlung ist, dass es sich um eine nicht invasive Procedure ohne Röntgenstrahlen handelt. Als Nachteil ist vor allem zu nennen, dass die Behandlungskosten von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.

Eine Stoßwellenbehandlung ist ebenfalls in Erwägung zu ziehen, wenn ein rascher Behandlungserfolg unbedingt erforderlich ist.

Wer trägt die Kosten eine Stosswellenbehandlung?

Wer trägt die Kosten eine Stoßwellenbehandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Stoßwellenbehandlung nur unter bestimmten Bedingung. Bei privaten Krankenkassen ist meist eine medizinische Begründung erforderlich, dass eine konsequente konservative Behandlung leider nicht erfolgreich war und deshalb nun eine Stoßwellenbehandlung ärztlich empfohlen wird.

Seit dem 1.1.2019 kann eine Stosswellenbehandlung eines plantaren Fersenschmerzes zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse durchgeführt werden, wenn u.a. folgende Bedingungen gegen sind:

  • Es handelt sich um einen plantaren Fersenschmerz.
  • Die Beschwerden dauern schon mehr als 6 Monate an.
  • Verschiedene konservative Behandlungsversuche wurden erfolglos durchgeführt.
  • Der Arzt hat die erforderliche fachliche Qualifikation.

(Angabe ohne Gewähr)

Achtung: Nur die Behandlung des plantaren Fersenschmerzes kann unter bestimmten Bedingungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse durchgeführt werden.

Welche Erfolgsaussichten hat eine Stoßwellenbehandlung?

Keine medizinische Behandlung wirkt zu 100%! Bei einer Stoßwellenbehandlung ist mit einer Erfolgsquote von ca. 80% zu rechnen. Unter Erfolg ist eine deutliche Linderung der Beschwerden nach einigen Wochen Behandlung und Regenerationszeit zu verstehen. Nicht selten kommt es zu einer „Erstverschlimmerung“ d.h. zu einer Zunahme der Beschwerden, bevor sich nach einigen Wochen der Behandlungserfolg einstellt.

Bei welchen Problemen von Fuß und Sprunggelenk ist Stoßwellenbehandlung sonst noch möglich?

Eine Stoßwellenbehandlung ist bei chronischen Sehnenproblemen möglich. Neben der Plantarfasziitis kann auch ein Verschleiß der Achillessehne und eine Ansatzreizung der Achillessehne mit Stoßwelle behandelt werden.

Fazit

Unter Stoßwelle versteht man einen hochenergetischen Ultraschall, der bei chronischen Sehnenproblemen eingesetzt werden kann. Am Fuß werden vor allem eine Plantarfasziitis, ein Verschleiß der Achillessehne und eine Ansatzreizung der Achillessehne mit Stoßwelle behandelt. Der genaue Wirkmechanismus von Stoßwellen ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich werden Regenerationsvorgänge im Sehnengewebe angestoßen. Deshalb kann der positive Effekt auch erst nach einigen Wochen Verzögerung eintreten. Ab dem 1.01.2019 kann die Stosswelle bei chronischen plantaren Fersenschmerz unter bestimmten Bedingungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse durchgeführt werden. Dies gilt nicht Beschwerden im Ansatzbereich der Achillessehne am Fersenbein. Gravierende Nebenwirkungen des Verfahrens sind bisher nicht bekannt. Die Erfolgsquote einer Stoßwellenbehandlung liegt bei ca. 80%.

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