Für die schnellen Leser – Auf einen Blick

Eine Arthrodese (Versteifung) des Talonaviculargelenks ist eine etablierte Routineoperation bei fortgeschrittenem Verschleiß des Subtalargelenks. Nach einer Arthrodese kann der Fuß für ca. 5-6 Wochen in einer Vacoped-Orthese nicht belastet werden. Nachfolgend ist eine Belastung in einer Vacoped-Orthese für weitere 5-6 Wochen möglich. Danach ist eine normale Belastung in einem konventionellen Schuh möglich. Die funktionellen Endergebnisse sind in aller Regel sehr gut bis gut. Komplikationen relativ selten.

Ausführliche Darstellung: Was ist eine Talonavicular-Arthrodese?

Eine Talonaviculararthrodese ist eine Versteifung des Gelenks zwischen Sprungbein (Talus) und Schiffchenbein (Os naviculare). Das Gelenk zwischen Talus und Os naviculare wird auch als Talonaviculargelenk bezeichnet und ist ein Teilgelenk des unteren Sprunggelenks.
Das Talonaviculargelenk ist an der Bewegung des unteren Sprunggelenks beteiligt.

Röntgenbild Talonaviculargelenk

Röntgenbild Talonaviculargelenk


Bei welchen Krankheitsbildern wird eine Talonavicular-Arthrodese durchgeführt?

Versteifungen des Subtalargelenks werden teilweise als isolierter Eingriff, häufig jedoch in Kombination mit anderen Gelenkversteifungen des Rückfußes durchgeführt.
Gründe für eine isolierte Versteifung des Subtalargelenks sind:

  • Arthrose (Verschleiß)

Typische Eingriffe die mit einer subtalaren Arthrodese kombiniert werden sind:

  • Double-Arthrodese = Talonaviculararthrodese in Kombination mit subtalarer Arthrodese
  • Triple-Arthrodese = Talanaviculararthrodese plus subtalare Arhrodese plus Arthrodese Kalkaneokuboidgelenk

Die weiteren Ausführungen beziehen sich auf die isolierte Arthrodese des Talonaviculargelenks.
Der häufigste Grund für eine Arthrodese des Talonaviculargelenks ist eine Arthrose (Verschleiß).


Welche Alternativen gibt es zur Operation?

Liegt ein Verschleiß des Talonaviculargelenks vor, kann versucht werden, die Beweglichkeit des Talonaviculargelenks durch einen Schuh einzuschränken und dadurch die Schmerzen bei Belastung zu vermindern. Das Talonaviculargelenk kann durch einen Schuh aber nur sehr unzureichend ruhiggestellt werden, weshalb die Beschwerden durch einen Schuh meistens zu unzureichend reduziert werden können.


Wie wird eine Arthrodese des Talonaviculargelenks durchgeführt?

Ziel einer Arthrodese ist es eine knöcherne Verbindung, in diesem Fall zwischen Talus (Sprungbein) und Os naviculare (Schiffchenbein) herzustellen. Dazu muss der noch vorhandenen Gelenkknorpel vollständig entfernt werden. Die Gelenkflächen des Talonaviculargelenks können über einen Hautschnitt von der Innenseite des Fußes erreicht werden.


Röntgenbild mit Arthrose Talonaviculargelenk

Röntgenbild nach Talonaviculararthrodese

Röntgenbild nach Talonaviculararthrodese

Stabilisierung des Talonaviculargelenks mit 3 Schrauben

Seitliches Röntgenbild nach Double-Arthrodese (Versteifung des Subtalargelenks und Versteifung des Talo-Navicular-Gelenks)

Wie ist die Nachbehandlung nach einer Arthrodese des Talonaviculargelenks?

Nach einer Arthrodese des Subtalargelenks kann der Fuß für 5-6 Wochen nicht belastet werden. Direkt nach der Operation wird ein Softcast-Verband angelegt. Der Patienten lernt an Gehstützen zu laufen. Nach 5 -7-Tagen wird der erste Verbandswechsel durchgeführt. Danach erfolgt die weitere Mobilisation an zwei Unterarmgehstützen in einer Vaocped-Orthese. In der Vacoped-Orthese ist eine Teilbelastung von 20 kg erlaubt. Dies bedeutet, dass der Fuß / das Bein sein eigenes Gewicht tragen kann. Der Patient / Patientin kann ohne Gehstützen stehen, belastet das nicht operierte Bein, wogegen der Fuß das Gewicht des operierten Beins / Fußes trägt. Beim Voranschreiten / Gehen sind allerdings immer 2 Gehstützen erforderlich! Während dieser Zeit ist auch eine Thromboseprophylaxe erforderlich. Der stationäre Krankenhausaufenthalt dauert ca. 5-7- Tage. Eine Entlassung ist möglich, wenn der Patient sich den Gebrauch von Gehstützen erlernt hat und auf eine adäquate Schmerzmedikation eingestellt ist.

6 Wochen nach der Operation wird die Heilung des Knochens durch ein Röntgenbild überprüft. Ist auf der Röntgenaufnahme eine adäquate Stellung und Heilung des Kochens erkennbar, darf der Fuß anschließend für weitere 5-6 Wochen in der Vacoped-Orthese belastet werden. 10-12 Wochen nach der Operation wird dann ein abschließendes Röntgenbild durchgeführt. Zeigt diese Röntgenbild eine gute Stellung und Heilung der Talonaviculararthrodese, darf der Fuß dann in einem normalen Schuh belastet werden. Es empfiehlt sich, diesen Schuh mit einer stützenden Einlage auszustatten.


Ruhigstellung des operierten Fußes in einem Softcast für die ersten 5 Tage nach der Operation.

Bild in der Vacoped-Orthese mit 2 UAGs

Welche Ergebnisse sind nach einer Arthrodese des Talonaviculargelenks zu erwarten?

Nach einer Arthrodese (Versteifung) des Talonaviculargelenks ist der Fuß in aller Regel uneingeschränkt in einem normalen Schuh belastbar. Das Gangbild ist nicht verändert, die Umwendbeweglichkeit des Fußes im unteren Sprunggelenk eingeschränkt, was von den Patienten selten als störend empfunden wird. Die funktionellen Endergebnisse nach einer Talonaviculararthrodese sind in aller Regel gut bis sehr gut.


Mögliche Komplikationen nach Arthrodese des Talonaviculargelenks

Zu unterscheiden sind frühe und späte Komplikationen

Frühe Komplikationen

Wundinfekt / Wundheilungsstörung

Bei geplanten Eingriffen des Bewegungsapparts muss pauschal mit einer Häufigkeit an Wundinfektion von ca. 2% gerechnet werden.

Thrombose / Embolie

Prinzipiell kann es nach einer Operation des Fußes und während der anschließenden Ruhigstellung im Softcast oder in der Vacoped-Orthese zu einer Thrombose kommen. Eine Thrombose kann im ungünstigsten Fall zu einer Lungenembolie führen. Die Thrombose kann durch eine medikamentöse Behandlung effektiv vermieden werden. Die Vermeidung einer Thromobose muss nach einer Operation konseqent durch eine medikamentöse Behandlung vermieden werden.

Späte Komplikationen

Unzureichende knöcherne Heilung

Leider kann es trotz sorgfältiger Operation und konsequenter Nachbehandlung zu einer unzureichenden Heilung des Knochens kommen. Im medizinischen Sprachgebrauch spricht man von einer Pseudarthrose. Nach einer Arthrodese des Subtalargelenks ist in 5-10% der Fälle mit einer Pseudarthrosenbildung zu rechnen. Nicht alle Patienten mit einer Pseudarthrose /unzureichenden knöchernen Heilung habe Beschwerden. Liegen Beschwerden vor, ist eine erneute Versteifungsoperation in Erwägung zu ziehen, die das Problem meistens lösen kann.

Störende Schrauben

In seltenen Fälle werden die zur Stabilisierung eingebrachten Schrauben als störend empfunden. Hier ist sorgfältig zwischen Problemen durch eine Pseudarthrose und wirklicher Probleme durch eventuell vorstehende Schrauben zu unterscheiden. Eine Entfernung der Schrauben ist in aller Regel problemlos möglich. Da der Knochen bereits geheilt ist, sind die Schrauben nicht mehr erforderlich. Der Fuß kann nach einer Entfernung der Schrauben sofort belastet werden.


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