Was versteht man unter einer DMMO?

Unter einer DMMO wird eine minimalinvasive Durchtrennung eines Mittelfußknochens am Zehennahen Ende verstanden.

Der Knochen wird über eine Stichinzision mit einer Fräse durchtrennt, anschließend in die korrigierte Stellung verschoben und dort mit einem Verband fixiert.

Die Abkürzung DMMO steht dabei für Distal Minimalliinvasive Metatarsal Osteotomy. Manchmal wird auch die Abkürzung DMMO für Distal Metatarsal Osteotomy benutzt.

2 mm starke Fräse zur Durchtrennung der Mittelfußknochen

Lagerung des Fußes im OP.

Stabilisierung der korrigierten Kleinzehen durch Steri-Strips

Verband am Ende der Operation

Wer benötigt eine Lisfranc-Arthrodese?

Patienten, bei denen eine Arthrose, Instabilität oder Fehlstellung eines oder mehrerer Gelenke der Lisfranc-Gelenklinie vorliegt, profitieren von einer Arthrodese. Individuell muss jeweils entschieden werden, ob nur ein oder zwei Gelenke versteift werden, oder ob die Versteifungen mehrerer Gelenke Teil einer komplexen Korrektur ist.

In welchen Situationen wird eine DMMO durchgeführt?

Die DMO etabliert sich zunehmend als Verfahren zur Korrektur des Metatarsalen Alignments. Sie erlaubt eine Verkürzung und Verschiebung der Mittelfußknochen ohne die typischen Komplikationen der Weil-Osteotomie (Floating Toe / Stiffness/ etc. ).

Außerdem wird die DMO häufig als Ergänzung bzw. in Kombination mit minimalinvasiven Kleinzehenkorrekturen eingesetzt.

Was sind die Vorteile der DMO gegenüber den klassischen Operationsverfahren?

Bei einer DMO muss das Zehengrundgelenk nicht eröffnet werden. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber einer Weil-Osteotomie. Es kommt somit nicht zu einer Vernarbung des Gelenks mit entsprechenden Bewegungseinschränkungen.

Was sind die Nachteile der DMO gegenüber den klassischen Operationsverfahren?

Die Korrekturen durch eine DMO sind hinsichtlich der Stellung nicht so präzise wie nach einer klassischen offenen Operation, da die Korrektur nicht durch Schrauben, Platten oder Drähte fixiert wird. Ein Redressionsverband ist für einige Wochen nach der Operation erforderlich. Außerdem dauert es deutlich länger bis die Heilung des Knochens im Röntgenbild erkennbar ist. Nicht selten dauert es bis zu 6 Monaten, bis eine vollständige Heilung im Röntgenbild ersichtlich ist. Röntgenbilder nach 6 oder 12 Wochen führen, ist man mit der Verfahren nicht vertraut, zu Irritation, da dann der Knochen im Röntgenbild noch nicht geheilt ist. Darüber hinaus berichten Patienten über eine mehrere Monate anhaltende Schwellneigung des Fußes.

Röntgenbild vor OP mit deutlicher Überlänge der Mittelfußknochen 2 und 3 gegenüber dem Mittelfußknochen 1.

Röntgenbild 4 Monate nach OP

Röntgenbild 6 Wochen nach OP mit deutlicher Verschiebung der Mittelfußköpfchen 2 bis 4 nach DMO MFK 2-4. Zusätzlich minimalinvasive Akin-Osteotomie D1.

Röntgenbild 6 Monate nach OP. Sämtliche Knochendurchtrennung sind jetzt sicher zusammengeheilt (= vollständige knöcherne Konsolidierung)

Klinisches Bild vor OP.

Klinisches Bild 6 Monate nach OP

Röntgenbild vor OP.

Röntgenbild 6 Monate nach OP.

Fazit

Die DMO ist eines der wertvollsten Verfahren aus dem Portfolio der minmalinvasiven Fußchirurgie. Eine Korrektur des Metatarsalen Alignments ist über DMOs möglich, ohne dass die typischen Komplikationen der Weil-Osteotomie befürchtet werden müssen. Konsequente Zügelverbände sind für 4 Wochen nach der OP erforderlich. Bis zu einer vollständigen Konsolidierung im Röntgenbild können bis zu 6 Monate vergehen.

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